Projekt

Projektziele

Nach Ende des Förderprojekts mobil gewinnt haben sich die Projektpartner darauf verständigt, die Initiative gemeinsamweiterkommen weiterzuführen. Eine lokale Verkehrswende haben wir bisher noch nicht geschafft. Wir haben über hundert Aktionen, Workshops, Gespräche, Veranstaltungen, Infostände und anderes mehr durchgeführt. Wir waren immer mal wieder in der Presse und sind auch über Bad Boll hinaus bekannt. Die Ergebnisse der Evaluation durch die FH Bielefeld zeigen, dass sich sowohl das wahrgenommene als auch das selbstberichtete Mobilitätsverhalten unter Bad Boller Bürger*innen und Beschäftigten in eine ökologischere Richtung entwickelt haben. Gleichzeitig ist die Pkw-Nutzung jedoch nicht messbar zurückgegangen.

Um eine Verlagerung auf klimafreundlichere Verkehrsmittel zu erreichen, reichte es offensichtlich nicht aus, die Qualität der Alternativen zum Auto zu verbessern oder für deren Nutzung zu werben. Es braucht die Implementierung von Strategien, die darauf abzielen, Autonutzung unattraktiver zu machen. Die Initiative möchte den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und über Parkraummanagement im Kurareal sprechen. Das Thema ist durchaus kontrovers und der Ausgang des Prozesses offen. Wir werden uns in einem ersten Schritt über verschiedene Möglichkeiten von Parkraummangement informieren.

Daneben werden wir die mögliche Reaktivierung der Boller Bahn aktiv begleiten und uns für die Belange unserer Partner gegenüber dem Landkreis einsetzen. Wenn die Machbarkeitsstudie, die der Landkreis in Auftrag gibt, die Weichen für die Reaktivierung stellt, wird eine Mobilitätsstation zur Verknüpfung unterschiedlicher Verkehrsmittel an der Rehaklinik interessant. Auch dafür werden wir uns einsetzen.

Die Themen gehen uns nicht aus und die Ziele, die wir uns zu Beginn gesetzt haben, gelten weiter:

  1. Wirksame Strategien und übertragbare Ergebnisse zur Veränderung von Mobilitätsverhalten im ländlichen Raum

  2. Verbesserung der Erreichbarkeit der Standorte

  3. Geringere CO2- und andere Emissionen durch die von den Unternehmen induzierten Verkehre, gemeinsame Nutzung vorhandener Infrastruktur und stattfindender Verkehre.

 

 

Das Projekt gemeinsamweiterkommen wurde 2016 initiiert durch die WALA Heilmittel GmbH und die Evangelische Akademie Bad Boll. Schnell ließen sich weitere Partner gewinnen: die Gemeinde Bad Boll, das Institut Eckwälden, das Hotel Seminaris, die Reha-Klinik Bad boll, die Heinrich-Schickhardt-Schule, der Gewerbe- und Handelsverein und die Fachhochschule Bielefeld für die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Projekts. Außerdem kooperieren wir mit dem Amt für Mobilität und Verkehrsinfrastruktur des Landkreises Göppingen.

 

Gemeinsam wollen die Bad Boller Kooperationspartner eine lokale Mobilitätswende durch überbetriebliches Mobilitätsmanagement und kollektive Lernprozesse initiieren. Denn die Verkehrswende braucht neben nachhaltigen Mobilitätsangeboten auch eine neue Mobilitätskultur. So leisten wir einen Beitrag zum Klimaschutz, zur Attraktivität unserer Unternehmensstandorte und zur Lebens- und Aufenthaltsqualität im Kurort. Konkret sollen das Angebot im öffentlichen Nahverkehr und das Parkraum- und Gästeanreisemanagement verbessert und der Radverkehr gefördert werden. Ziel ist eine gute Erreichbarkeit des Standorts und eine Infrastruktur, die zum Radfahren einlädt.

 

Die Initiative wurde 2019/2020 durch das Bundesverkehrsministerium im Rahmen des Programms mobil gewinnt gefördert. Mit dieser Förderung wurde das Buswartehäuschen an der Haltestelle Ev. Akademie/Rehaklinik zum Radparkhaus umgestaltet und die neue Bushaltestelle WALA in Eckwälden gebaut. Für eine möglichst klimafreundliche Anreise der vielen Gäste, die Bad Boll und die Einrichtungen besuchen, haben wir eine Online-Plattform entwickeln lassen, die dem Gast bei seiner Anmeldung z. B. zu einer Tagung alle Möglichkeiten der Anreise nach Bad Boll aufzeigt und CO2-Emissionen, Kosten und Zeitaufwand gegenüberstellt. Die Plattform wird noch auf den Webseiten der Projektpartner installiert. Ein Lastenfahrrad steht allen Partnern zur Verfügung um zu testen, welche Transporte, die bisher mit dem Auto gemacht wurden, ersetzt werden können.

 

Stefan Weiland und Carmen Ketterl koordinieren den Prozess in Bad Boll. Sie steuern den Gesamtprozess, planen Aktionen, führen Gespräche und machen Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit. Wir sind inzwischen gut vernetzt und bekommen von Expertinnen und Experten, von anderen Mobilitätsprojekten und vielen interessierten und engagierten Menschen immer wieder neue Impulse.

 

Unser Angebot bleibt: Wir unterstützen Bürger*innen und Beschäftigte, die sich an einem spannenden Prozess beteiligen oder selbst neue Erfahrungen mit nachhaltiger Mobilität machen möchten. Wir bringen Menschen zusammen, die die Zukunft der Mobilität in Bad Boll mitgestalten und heute schon konkrete Verbesserungen erreichen möchten. Wir bündeln die Interessen von Bürgerschaft und Betrieben und bringen sie ein im Landkreis und im Land.